Herstellung

Früher wie heute ist die Produktion von Holzschuhen durch körperliche Arbeit geprägt. Zwar helfen heute Maschinen dabei, das Holz um den Holzschuh zu entfernen, aber dennoch ist echte Mannskraft gefragt. Denn in den letzten ca. 50 Jahren wurden die hier zum Einsatz kommenden Maschinen kaum bis gar nicht weiterentwickelt. CNC-Fräsen und andere Computergesteuerte Maschinen werden Sie also in einer Holzschuh-Werkstatt eher nicht finden...
Wie es früher war
Früher - also vor gut 100 - 150 Jahren - war die Produktion von Holzschuhen nicht nur aufwändig, sondern auch schwierig. Zunächst musste der Stamm mit einer Blattsäge und zwei echten Kerlen zugeschnitten werden. Dann wurde der grobe Holzklotz mit einem Beil zurechtgehauen und dem so genannten "Dexel" in Form gebracht. Die äußere Form des Holzschuhes wurde dann mit dem "Poalmeß", einen sehr scharfen Messer auf einem Holzbock, verfeinert.
Der Fersenraum wurde dann mit einem schweren Holzhammer und einem Beitel ausgehauen. Um das Holz aus dem Fußraum zu bekommen, nutzte man einen "Löffelbohrer". Abschließend kam dann noch das "Treckmeß" zum Einsatz. Mit diesem Werkzeug wurde der Schuh von außen und von innen noch einmal geglättet, bevor er dann mit dem Lederrimen versehen wurde.

Wie es heute gemacht wird
Wer jetzt allerdings glaubt, dass das Holzschuhmachen heute ein Pappenstiel ist, liegt gehörig falsch. Auch wenn heute Maschinen einen Großteil der körperlichen Arbeit abnehmen, so ist die eigentliche Produktion noch immer harte körperliche Arbeit und echtes Handwerk.
So muss auch heute noch im ersten Arbeitsschritt der Stamm zugeschnitten werden. Zwar mit der Motorsäge, aber wer selbst sein Brennholz schneidet, weiß genau wie viel Arbeit das bedeutet. Danach kommt die große Bandsäge zum Einsatz, um die Klötze in der passenden Größe zuzuschneiden. In der so genannten Kopiermaschine wird dann alles von den Klötzen entfernt, was nicht nach Holzschuh aussieht.
Um den Fersenraum und den Fußraum vom Holz zu befreien, kommt noch immer der Löffelbohrer zum Einsatz. Allerdings muss dieser nicht von Hand bewegt werden. Darum kümmert sich eine etwas überdimensionierte Bohrmaschine. Ist der Rohling endlich fertig, kommt dieser zum Trocknen ins Lager. Dann wird der getrocknete Rohling noch sauber geschliffen - von innen und von außen. Und zu guter Letzt wird dann von Hand die Lederkappe aufgesetzt. Fertig ist der Holzschuh.






