Presse & Aktuelles
Die Vluyner Klompenfreunde stellen sich vor
am 12.10.2011
Im Brauchtum verwurzelt, aus Tradition gewachsen
Eine alte, am Niederrhein selten gewordene Tradition hat in Vluyn noch festen Bestand: Der Klompenball. Das genaue Entstehungsdatum dieses Volksfestes ist unbekannt; es liegt aber mit Sicherheit noch vor der Wende zum 20. Jahrhundert.
Bekannt ist, dass die Bauern aus dem Vluyner Umland am Kirmesmontag beim Mittag-Glockenläuten ihre Arbeit Arbeit sein ließen und in ihrer Arbeitskleidung -„blauer Beus“ (dunkler fester Leinenkittel), schwarze Hose und strohgefüllte Klompen -zum Festzelt kamen, um mit einem Tänzchen die Kirmes zu begraben. Es hieß dann unter den übrigen (bürgerlichen) Kirmesbesuchern etwas von oben herab: „Do kumme de Buure und maken ühren Klompenball..“ Durch mündliche Überlieferung wissen wir, dass im Jahre 1925 eine kleine Gruppe Vluyner Kirmesbesucher aus ihrer Mitte ihren ersten Kirmeskönig und Kirmeskönigin wählten - einfach „aus Spaß an d’r Freud’“. Es waren Heinrich Vutz und Grete Schweitzer.
Im darauf folgenden Jahr wurden die beiden von zu Hause abgeholt. Das Kirmes-königspaar spendierte eine Stärkung in Form eines Umtrunks mit belegten Broten, bevor man sich gemeinsam in einem kleinen Umzug durchs Dorf zum Zelt aufmachte. In Ermangelung eine Fahne, die vorausflattern sollte, wurde kurzerhand ein Schrubber mit übergehängtem Aufnehmer hierzu umfunktioniert. Dieses Kirmesvergnügen geriet aus den uns allen bekannten Gründen der Geschichte über viele Jahre in Vergessenheit.
1950 waren es einige Neufelder Bürger (Neufeld gehörte damals amtlich zu Vluyn, heute nur noch gefühlsmäßig), die sich zusammen mit Alfred Oswald, dem langjährigen Vorsitzenden der Klompenfreunde, dieser Tradition erinnerten und am Montagmorgen auf Klompen zur Vluyner Kirmes erschienen und wieder einen Klompenball ins Leben riefen.
1952 kürte Alfred Oswald den ersten Klompenkönig, Heinrich Ramacher mit seiner Frau Erna als Königin („schmückendes Beiwerk“ - so sagte man damals). Eng mit der bäuerlichen Tradition verbunden, hängte man ihm als Zeichen seiner Königswürde eine Kuhkette um; die Königin erhielt ein Bastkränzchen. Besiegelt wurde das Ganze durch einen Schluck aus dem Klompen. Diese drei Insignien sind traditionsgemäß bis heute erhalten geblieben. Die Namen aller Klompenkönige sind auf den an der Kuhkette befestigten Plaketten eingraviert. Dadurch hängt dem jeweiligen König mittlerweile ein Gewicht von rd. 3 kg am Nacken.

Waren es 1952 nur etwa 25 klompenbesessene Fans, über die Heinrich und Erna Ramcher für ein Jahr die Regentschaft übernehmen durften, so sind es heute ca. 250-300 Freunde „op Klompen“ aller Altersgruppen und aus allen Teilen der Bevölkerung, die das Kernstück dieses Volksfestes bilden.
Da die ständig wachsende Zahl der Klompenfreunde die Verantwortung eines einzelnen überforderte, gründete Alfred Oswald das sog. Klompenkomitee, dass in einzelnen Sitzungen während des ganzen Jahres darüber berät, was geplant, organisiert und entschieden werden muss, um eine Gemeinschaft dieser Größe zu überschauen und zu führen.
1991, nach 41 Jahren, gab Alfred Oswald das Amt des 1. Vorsitzenden ab. Das Klompenkomitee ernannte ihn daraufhin spontan und einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. Das Amt des 1. Vorsitzenden wurde einstimmig an Karl-Heinz Möhlendick übergeben.
Für seinen unermüdlichen Einsatz, das bäuerliche Brauchtum des Klompenballs wieder zu beleben, zu erhalten und zu pflegen und diese Tradition über viele Jahre weiterzuführen, erhielt Alfred Oswald in den 90er Jahren den Ehrenring der Stadt Neukirchen-Vluyn.
Dass der Klompenball in Vluyn zu einem wahren Volksfest wurde, ist nicht allein auf die wachsende Zahl der Aktiven zurückzuführen, sondern auch auf die Art und Weise, wie die Aktiven die Vluyner Bürger für dieses zu begeistern wissen.
Der Klompenball ist kein Privileg alteingesessener Vluyner, sondern wird auch von vielen neu zugezogenen Bürgern gern angenommen. Im Laufe der Jahre sind die Vluyner Klompenfreunde zu einem Träger des kulturellen Lebens in Neukirchen-Vluyn geworden und sind mit dem Klompenball weit über unsere Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt.
Nicht zuletzt aus diesem Grunde beschloss ein Gremium namhafter Bürger und Honoratioren unserer Stadt im Jahre 2007, der Pflege von Brauchtum und Tradition des Klompentragens und damit dem Klompenball ein Denkmal zu setzen. Dies steht im Herzen von Alt-Vluyn, auf dem Schulplatz, und wurde am 1. Juni 2007 eingeweiht. Wir Klompenfreunde sind stolz darauf und freuen uns über diese Anerkennung.
Die Vluyner Klompenfreunde sind trotz der inzwischen großen Zahl von Klompenträgern kein eingetragener Verein mit Regeln und Statuten, sondern eine Interessengemeinschaft derjenigen, denen Tradition und Brauchtum am Herzen liegen und die Spaß an der Sache haben. Die wenigen Gepflogenheiten, mit denen wir unser Brauchtum pflegen, ergeben sich aus der Tradition und Überlieferung.
Vielleicht ist die wachsende Beleibtheit dieses Volksfestes darauf zurückzuführen, dass des Klompenball für alle Bürger unserer Stadt offen steht, Hauptsache „Klompen an de Fööss“.
Das heutige „Outfit“ der Klompenfreunde (blauer Kittel, schwarze Hose, Klompen) ist auf die Arbeitskleidung der ländlichen Bevölkerung zurückzuführen. Die weiblichen Klompenfreunde haben sich durch das Tragen ländlicher Mode angepasst. Für alle gehört als Symbol der Zugehörigkeit das rote Tuch mit dem Wappen der Klompenfreunde dazu. Dies ist aber keine vorgeschriebene Kleiderordnung, jeder kann wie er möchte am Klompenball teilnehmen. Aber: Bei Abholung des amtierenden Klompenkönigspaares von zu Hause zum Festzelt ist das Tragen von Klompen absolut Pflicht.
Da es keine „Vereinsmitgliedschaft“ und somit keine Mitgliedsbeiträge gibt, finanzieren sich die Vluyner Klompenfreunde durch die Unterstützung der ortsansässigen Kreditinstitute, Spenden wohlwollender Geber und aus dem Erlös verschiedener eigener Initiativen. Außerdem vertrauen wir auf Ideenreichtum, handwerkliches Geschick und Einsatzbereitschaft unserer vielen Klompenfreunde. Deshalb finden die von uns veranstalteten Aktivitäten immer in bescheidenem Rahmen statt; auch um der bäuerlichen Tradition Rechnung zu tragen.
- Hauptveranstaltung der Klompenfreunde ist natürlich der „Traditionelle Klompenball“ am Kirmesmontag, eine Woche nach Pfingsten.
- Außerdem machen wir im Frühsommer eine Radtour mit „Kind und Kegel“ in die nähere Umgebung mit Grill-Picknick. Im Spätsommer findet eine Busfahrt statt, für die jeweils ein ereignisreicher Tagesablauf erarbeitet wird.
- Auch die Teilnahme am Rosenmontagszug in Neukirchen-Vluyn mit einem selbst gestalteten Wagen ist inzwischen fester Bestandteil des Veranstaltungsprogramms der Klompenfreunde.
Wir folgen auch gerne den inzwischen zahlreichen Einladungen befreundeter Vereineund anderer Verbände und nehmen an deren Veranstaltungen mit einer Abordnung teil. Besonders zu erwähnen sind hier die Einladungen unserer jeweiligen Ministerpräsidenten, durch die Staatskanzlei NRW seit dem Jahre 2008 zu den NRW-Tagen nach Wuppertal, Hamm und Siegen. Ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten. Auch in diesem Jahr werden wir in Bonn wieder dabei sein.
Der zerbrochne Krug
am 13.04.2011
Seit Anfang April führt die Neue Bühne Darmstadt das Stück "Der zerbrochne Krug" auf - und das mit großen Erfolg. Zum urigen niederländischen Bühnenbild gesellt sich neben unseren traditionellen Holzschuhen auch zünftige niederländische Kost.
Die Handlung verspricht viel Spannung und einige Überraschungen: Im Dunkel der Nacht wird ein Krug in Eves Kammer zerschlagen. Nun tagt das Gericht um Licht ins Dunkel zu bringen und den Täter zu finden. Der Angeklagte Ruprecht, Eves Verlobter, behauptet, einen Fremden beobachtet zu haben, der durch Eves Zimmer geflohen ist und dabei den Krug vom Kaminsims geworfen hat. Nun geht es nicht nur um den Krug, sondern auch um die Ehre von Eve. Aber wir wollen nicht zu viel verraten - ein Besuch lohnt sich!
Schöneicher Fasching
am 18.03.2011
Piraten (k)entern Schöneiche, so das diesjährigen Motto des Schöneicher Faschings. In der diesjährigen Faschingssaison ging es in Schöneiche bei Berlin heiß her. Mit ihren Holzschuhen legten die schicken Holländerinnen einen originellen Tanz hin. Wir wünschen allen Schöneichern eine tolle nächste Faschingszeit!
Die Zwerge aus Delitzsch
am 07.02.2011
Eine ganz besondere Idee hatte eine Karnevalsgruppe aus Delitzsch, die nun schon zum zweiten Mal in Folge als Zwerge die Karnevalszeit genießt. Und das natürlich mit Holzschuhen, Latzhose und der typischen roten Zipfelmütze. Wir wünschen den Zwergen aus Delitzsch eine schöne Karnevalszeit!
Basteltipp im Landwirtschaftlichen Wochenblatt
am 27.09.2010
Auf dem Handorfer Herbst
am 25.09.2010
Am 25. September fand zum 18. Mal der Handorfer Herbst in der Stadt Handorf, nahe bei Münster, statt. 20.000 Menschen drängten sich in den Straßen der kleinen Stadt, und erkundeten den riesigen Markt rund um das Kunsthandwerk.
Dabei durften unsere Holzschuhe natürlich nicht fehlen, viele begeisterte Menschen versammelten sich um unseren Stand um die traditionelle Herstellung von Holzschuhen kennenzulernen.
Hier können Sie den ganzen Artikel der Ruhr Nachrichten lesen.




